Kernen/Reutlingen/Stuttgart, 16.04.2026Unternehmensfachverband für Teilhabe: Einsparpotenzial durch Digitalisierung und Standardisierung in Baden-Württemberg bei 60 Millionen Euro jährlich
Mit Blick auf die laufenden Sondierungs- und Regierungsbildungsgespräche in Baden-Württemberg
fordert der Unternehmensfachverband für Teilhabe Baden-Württemberg
e. V. (Die Initiative), Bürokratieabbau und Digitalisierung im Sozialbereich
verbindlich im künftigen Koalitionsvertrag zu verankern. „Die Initiative“
fordert einen „Digitalpakt Eingliederungshilfe“ für Baden-Württemberg.
Dieser soll landeseinheitliche Standards für Verwaltungs- und
Abrechnungsprozesse, medienbruchfreie digitale Schnittstellen zwischen
Leistungsträgern und Leistungserbringern sowie einheitliche
elektronische Rechnungs- und Bescheidverfahren schaffen. Ziel ist es,
Kommunen zu entlasten, Verfahren zu beschleunigen und Fachkräfte von
bürokratischen Routinen zu entbinden.
Durch die Digitalisierung und Standardisierung der Verwaltungs-,
Abrechnungs- und Kommunikationsprozesse können nach Einschätzung
des Verbandes bis zu 60 Millionen Euro eingespart werden – ohne
Leistungen für Menschen mit Behinderungen zu kürzen. „Wer Haushalte
stabilisieren will, darf nicht bei den Menschen kürzen – sondern muss
endlich die Bürokratiekosten im System senken“, sagt Martin Adel,
Vorstandsvorsitzender der Johannes-Diakonie und Sprecher der
Initiative. Damit ließen sich kommunale Haushalte spürbar entlasten,
ohne die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Frage zu stellen.
Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz hat Ende 2025 ausdrücklich
gefordert, die Sozialleistungsverwaltung zu vereinfachen, zu
entbürokratisieren und die Digitalisierung spürbar zu beschleunigen. Die
Initiative sieht darin eine klare politische Rückendeckung für einen
landespolitischen Schritt in Baden-Württemberg.
„Nicht am Menschen sparen heißt politisch konkret: weniger Papier, weniger Medienbrüche, nicht 44-fache Sonderwege, sondern endlich gemeinsame digitale Standards in Baden-Württemberg“, betont Dietmar Prexl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Stetten und Mitglied des Vorstands der Initiative. Bürokratieabbau und Digitalisierung seien im Sozialbereich kein Randthema, sondern eine zentrale Modernisierungsaufgabe des Landes. Die Initiative betont, dass die Eingliederungshilfe Teil der sozialen Infrastruktur des Landes ist. Wer Verwaltung modernisieren und kommunale Haushalte entlasten will, muss deshalb gerade in diesem Bereich strukturelle Effizienzreserven heben, statt die Debatte auf Leistungskürzungen zu verengen. Der Verband warnt darüber hinaus davor, Menschen mit Behinderungen in der Haushaltsdebatte herabzusetzen oder zum Symbol kommunaler Finanzprobleme zu machen. Wer jetzt kürzt, entscheidet sich bewusst gegen eine effizientere und nachhaltigere Alternative.
Über „Die Initiative“
DIE INITIATIVE – Unternehmensfachverband für Teilhabe Baden-Württemberg e.V. – repräsentiert mit ihrem Netz an Organisationen über 90% der Angebote von besonderen Wohnformen für Menschen mit Behinderung in allen Landesteilen Baden-Württembergs. Der Verband bringt die Perspektive der Praxis in politische und fachliche Diskussionen ein und setzt sich für verlässliche Rahmenbedingungen sowie die Sicherung von Teilhabe für Menschen mit Behinderungen ein.
Pressekontakt Die Initiative – Geschäftsstelle Dr. Peter Krause Am Echazufer 24 72764 Reutlingen Tel. 07121 9202-12

