Digitalisierung, die bei den Menschen ankommt

In Baden-Württemberg wird viel über Digitalisierung gesprochen.
Doch im Alltag sozialer Einrichtungen kommt davon oft wenig an.

Noch immer werden viele Daten mehrfach erfasst.
Rechnungen und Leistungsnachweise werden ausgedruckt, verschickt und wieder abgetippt.
Und Mitarbeitende verbringen viel Zeit mit Dokumentation statt mit Menschen.

Das kostet nicht nur Geld –
sondern vor allem Zeit, die für Unterstützung fehlt.

 

Heute müssen Mitarbeitende oft dieselben Daten mehrfach erfassen – einmal für die Einrichtung, einmal für den Kostenträger und oft noch einmal für die Abrechnung.

 

Gerade im Sozialbereich fehlt es bisher an einfachen, gemeinsamen digitalen Lösungen.
Einrichtungen, Behörden und Kostenträger arbeiten oft mit unterschiedlichen Systemen – oder sogar parallel digital und auf Papier.

Das zeigt sich zum Beispiel daran:

  • Rechnungen und Abrechnungen werden nicht einheitlich digital übermittelt
  • Daten müssen mehrfach in verschiedene Systeme eingegeben werden
  • Informationen werden per Post oder als PDF hin- und hergeschickt
  • es gibt keine gemeinsamen digitalen Schnittstellen zwischen Einrichtungen und Kostenträgern
 

Dabei ist klar:
Wenn Prozesse einfacher und digitaler werden, bleibt mehr Zeit für Menschen.

Die Landesregierung hat angekündigt, die Digitalisierung der Verwaltung voranzubringen.
Das ist ein wichtiger Schritt.

Jetzt kommt es darauf an, dass diese Entwicklung auch im Sozialbereich ankommt –
dort, wo sie den größten Unterschied für den Alltag der Menschen machen kann.

Einfachere Prozesse für alle Beteiligten

In Baden-Württemberg gibt es viele engagierte Menschen, die im Sozialbereich arbeiten.
Doch ein großer Teil ihrer Zeit geht heute für Bürokratie verloren.

Unterschiedliche Regeln, Formulare und Verfahren in den 44 Stadt- und Landkreisen machen die Arbeit unnötig kompliziert.

 

Das bedeutet im Alltag: Eine Mitarbeiterin dokumentiert die Unterstützung eines Menschen – und muss dieselben Informationen kurz darauf noch einmal in ein anderes System übertragen, weil jede Stelle eigene Vorgaben hat.

 

Das bedeutet konkret:

  • die gleichen Informationen müssen mehrfach dokumentiert werden
  • Bedarfsermittlungen werden je nach Landkreis unterschiedlich durchgeführt
  • für Abrechnungen gelten unterschiedliche Formate und Vorgaben
  • jede Region hat eigene Anforderungen an Dokumentation und Nachweise
 

Zeit, die eigentlich für Menschen gedacht ist.

Dabei liegt genau hier eine große Chance:
Wenn Verfahren vereinfacht und besser abgestimmt werden, können Ressourcen frei werden – ohne Leistungen zu kürzen.

 

Das kann ganz konkret bedeuten:

 

  • einheitliche Standards für Dokumentation und Bedarfsermittlung
  • gleiche Abrechnungsverfahren in allen Stadt- und Landkreisen
  • digitale Lösungen, die von allen Beteiligten genutzt werden können
  • weniger doppelte Prüfungen und Nachweise
 

Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für Unterstützung.
Einfachere Prozesse entlasten Mitarbeitende und Verwaltungen.
Und sie helfen, soziale Leistungen langfristig zu sichern.

 

 

Denn klar ist:
Wenn gespart werden muss, sollte dort angesetzt werden, wo Bürokratie Ressourcen bindet –
nicht bei den Menschen.

Eine junge Frau im blauen Pullover sitzt in einem Park. Das ist das Kampagnenmotiv von "Nicht am Menschen sparen".

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